Hummelkrankenhaus – so können Kinder erschöpften Hummeln helfen

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Warum liegt da eine Hummel auf dem Boden?

Vielleicht hast du schon einmal eine Hummel entdeckt, die regungslos auf einem Weg oder im Gras sitzt. Sie bewegt sich kaum und sieht aus, als wäre sie krank oder verletzt. Doch oft steckt etwas ganz anderes dahinter.

Hummeln brauchen viel Energie. Mit ihren kräftigen Flügeln fliegen sie von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar und Pollen. Dabei verbrauchen sie jede Menge Kraft. Manchmal reicht der „Treibstoff“ einfach nicht mehr aus. Dann landen sie erschöpft auf dem Boden und müssen sich erst einmal ausruhen. Besonders an kalten Morgen, nach einem Regenschauer oder wenn es nur wenige Blüten gibt, passiert das häufiger.

Hummelkrankenhaus - so können Kinder erschöpften Hummeln helfen • Ideenkiste

Ist die Hummel wirklich in Not?

Nicht jede Hummel auf dem Boden braucht Hilfe.
Beobachte sie zuerst einige Minuten:

Krabbelt sie langsam umher?
Putzt sie ihre Fühler oder Beine?
Bewegt sie die Flügel?

Dann macht sie wahrscheinlich nur eine kleine Pause.
Liegt sie jedoch regungslos da, reagiert kaum oder kann nicht mehr laufen, ist sie möglicherweise völlig erschöpft.

Darf man einer Hummel Zuckerwasser geben?

Früher wurde oft empfohlen, jeder Hummel Zuckerwasser zu geben. Heute sehen viele Fachleute das etwas differenzierter. Eine wirklich erschöpfte Hummel kann von ein oder zwei kleinen Tropfen Zuckerwasser (zwei Teile Zucker, ein Teil Wasser) profitieren. Das sollte aber nur eine Notfallhilfe sein.

Viel wichtiger ist es, die Hummel anschließend in die Nähe von blühenden Pflanzen zu setzen. Dort findet sie ihre natürliche Nahrung: Blütennektar. Honig eignet sich übrigens nicht. Er kann Krankheitserreger enthalten, die für Hummeln gefährlich werden können.

So baut ihr ein Hummelkrankenhaus und das hier braucht ihr dafür

Hummelkrankenhaus - so können Kinder erschöpften Hummeln helfen • Ideenkiste

Baut das Hummelkrankenhaus an einen ruhigen Platz im Garten. Die Steine und Äste dienen als sichere Krabbel- oder Landeplätze. Auf den Blüten können Hummeln krabbeln und Nektar trinken. Beobachtet gemeinsam ganz in Ruhe, welche Tiere zu Besuch kommen.

Schon gewusst?

Hummeln können schon bei Temperaturen fliegen, bei denen Bienen noch im Stock bleiben. Sie wärmen ihre Flugmuskeln auf, indem sie kräftig zittern. Manche Hummeln fliegen an einem Tag mehrere hundert Blüten an. Mit ihrem pelzigen Körper sammeln sie besonders viele Pollenkörner und helfen so vielen Pflanzen bei der Bestäubung.

Geschichte von "Hedi Hummel", die Neugierde weckt

Um in das Thema Hummel einzusteigen, erzähle ich erst einmal eine Geschichte. Durch die Bilder im Kopf wird ihre Neugierde geweckt und dieser Prozess ist wie ein Acker im Frühjahr, auf den ein Samen fällt. In einer Geschichte verbinden sich deine Kinder innerlich mit der Hummel Hedi – und schwupps – kann sich Einfühlungsvermögen spielerisch entwickeln.

Kleine Forscher – große Hilfe: Der Hummel-Notarzt-Ausweis

Hedi Hummel

Wenn morgens die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, werde ich langsam wach. Tief unter einer bunten Blumenwiese liegt mein Zuhause. Es ist kein Haus aus Holz und keine Höhle in einem Baum. Mein Nest versteckt sich in einer kleinen Erdhöhle, die früher einmal einer Maus gehörte. Drinnen ist es warm und gemütlich. Überall riecht es nach Wachs, Blütenstaub und Honigduft. Aus weichem Moos, trockenen Gräsern und feinen Pflanzenfasern haben wir unser Nest gebaut. Meine vielen Schwestern krabbeln geschäftig umher. Einige kümmern sich um unsere Eier und Larven, andere bauen neue Vorratskammern oder putzen das Nest.
Unsere Königin sitzt mitten zwischen uns. Sie ist viel größer als ich und hat im Frühjahr ganz allein mit dem Nestbau begonnen. Jetzt lebt hier eine große Hummelfamilie.

Ich strecke meine sechs Beine, putze sorgfältig meine Fühler und reibe meine Flügel aneinander. Noch ist die Luft draußen kühl. Damit ich überhaupt fliegen kann, muss ich meine Flugmuskeln erst aufwärmen. Das mache ich, indem ich kräftig zittere. Vielleicht sieht es lustig aus – aber ohne dieses Zittern würde ich gar nicht in die Luft kommen. Endlich bin ich warm genug. Mit einem tiefen Brummen verlasse ich unser Nest und steige in den Morgenhimmel auf.
Ach, wie schön die Welt von oben aussieht!

Unter mir glitzern Tautropfen auf den Grashalmen. Schmetterlinge flattern zwischen den Blumen hindurch, irgendwo singt eine Amsel und der Wind trägt den Duft von Klee, Salbei und Lavendel bis zu meinen Fühlern. Ich liebe es, Blüten zu besuchen. Jede riecht ein kleines bisschen anders. Manche verstecken ihren süßen Nektar tief im Inneren. Dann muss ich meinen langen Rüssel weit hineinstecken, um an die köstliche Belohnung zu gelangen. Während ich trinke, bleibt gelber Blütenstaub an meinem dichten Pelz hängen. Das merke ich kaum. Erst später streife ich den Pollen mit meinen Hinterbeinen ab und sammle ihn in kleinen Körbchen an meinen Beinen. Damit versorgen wir später unsere Hummelkinder im Nest.
Blüte für Blüte fliege ich weiter. Manchmal summt neben mir eine Wildbiene. Manchmal begegnet mir ein Schmetterling oder ich muss einem neugierigen Spatz ausweichen. Überall gibt es Neues zu entdecken.

Doch heute ist etwas anders.
Schon seit Stunden bin ich unterwegs. Viele Blumen sind verblüht und ich muss immer weiter fliegen, bis ich endlich die nächste Wiese finde. Meine Flügel werden schwerer. Jeder Flügelschlag kostet Kraft. Das Brummen klingt längst nicht mehr so fröhlich wie am Morgen. Mein kleiner Hummelmotor braucht dringend neuen Treibstoff. Ich suche nach einer Blüte.
Noch eine.
Und noch eine.
Aber plötzlich wird alles anstrengend.
Meine Beine fühlen sich weich an.

Ich schaffe es gerade noch bis zu einem Gartenweg. Vorsichtig lasse ich mich auf den Boden sinken. Ich bin nicht krank. Ich bin einfach völlig erschöpft. Ganz still bleibe ich sitzen und sammle meine letzten Kräfte. Vielleicht ruhe ich mich nur ein paar Minuten aus. Vielleicht finde ich gleich eine Blüte. Da höre ich Stimmen. Kinder. Sie kommen näher. Ihre Schatten fallen auf den Weg.

„Schaut mal! Eine Hummel!“
Ich spüre, wie sie sich über mich beugen. Ein bisschen Angst habe ich schon. Bitte hebt mich nicht hoch, denke ich. Bitte lasst mir einen Moment Zeit.

Die Kinder beobachten mich ganz ruhig. Niemand stupst mich an. Niemand erschreckt mich. Dann entdecke ich plötzlich direkt neben mir eine leuchtend violette Blüte. Eine der Kinder hat mich ganz vorsichtig dorthin gesetzt. Ich krabble langsam hinüber. Mein Rüssel findet den süßen Nektar. Ein erster Tropfen. Dann noch einer. Es schmeckt wunderbar. Mit jedem Schluck kehrt ein kleines bisschen Kraft zurück. Meine Flügel kribbeln. Ich putze meine Fühler und bürste meinen Pelz, während mir die Sonne meinen Rücken wärmt.

Langsam beginne ich wieder zu summseln. Erst ganz leise. Dann kräftiger. Ich breite meine Flügel aus. Mit einem kleinen Satz erhebe ich mich in die Luft. Einmal fliege ich noch einen Kreis über die Kinder. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber irgendwie glaube ich, sie haben verstanden, was ich ihnen sagen möchte:

Nicht jede Hummel auf dem Boden ist krank.
Manchmal braucht sie nur ein wenig Ruhe, eine warme Sonne, eine Blüte voller Nektar – und Menschen, die achtsam sind.

Mit einem lauten Suummmmmm fliege ich zurück zu meinem Nest unter der Erde. Dort warten meine Schwestern schon auf mich. Und ich habe ihnen heute eine ganz besondere Geschichte zu erzählen!

Kinder möchten helfen. Doch gerade in der Natur ist es wichtig zu wissen, wann Hilfe wirklich nötig ist – und wann Beobachten die beste Unterstützung ist.

Mit dem Hummel-Notarzt-Ausweis werden die Kinder zu kleinen Naturforscherinnen und Naturforschern. Sie entdecken eine Hummel nicht nur, sondern lernen, sie aufmerksam zu beobachten und Schritt für Schritt zu überlegen, was sie jetzt braucht.

Hummel-Ausweis zum Runterladen

So funktioniert das Hummel-Notarzt-Projekt

Nehmt den Ausweis bei einem Spaziergang oder in den Garten mit. Entdecken die Kinder eine Hummel auf dem Boden, beginnt die kleine „Untersuchung“.

Bewegt sich die Hummel noch?

Ja → Vielleicht macht sie nur eine Pause. Beobachtet sie noch ein wenig.
Nein → Weiter zum nächsten Punkt.

Ist es kühl oder regnet es?

Ja → Vielleicht wartet die Hummel nur darauf, dass ihr kleiner Flugmotor wieder warm wird.
Nein → Weiter beobachten.

Gibt es Blüten in der Nähe?

Ja → Setzt euch leise daneben und schaut, ob die Hummel selbst dorthin krabbelt.
Nein → Jetzt könnt ihr vorsichtig helfen und sie in die Nähe einer blühenden Pflanze setzen.

Wirkt die Hummel auch nach einigen Minuten noch völlig kraftlos, kann ein kleiner Tropfen Zuckerwasser (zwei Teile Zucker, ein Teil Wasser) eine Notfallhilfe sein. Anschließend sollte die Hummel möglichst an einer Blüte sitzen, damit sie wieder natürliche Nahrung findet.

Mehr als ein Ausweis

Der Hummel-Notarzt-Ausweis ist eigentlich gar kein Ausweis, sondern ein kleiner Forscherauftrag. Die Kinder beobachten, vergleichen, überlegen und treffen gemeinsam Entscheidungen. Dabei erfahren sie, dass Tiere nicht immer sofort gerettet werden müssen. Oft brauchen sie nur Zeit, Wärme oder eine Blüte voller Nektar.

Ganz nebenbei werden wichtige Fähigkeiten gefördert:

Vielleicht entsteht daraus sogar ein richtiges Forschertagebuch. Wann wurde eine Hummel entdeckt? Wo saß sie? Was ist anschließend passiert? Mit kleinen Zeichnungen oder Fotos können die Kinder ihre Beobachtungen festhalten.

So werden aus kleinen Hummelfreunden echte Naturforscher – und lernen, dass die beste Hilfe manchmal darin besteht, erst einmal ganz genau hinzuschauen.

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