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Schneckenprojekt – faszinierende Langsamkeit

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Was ein Schneckenfund so alles auslösen kann

Der Anstoß zu diesem Projekt im Frühling war ein „Mitbrigsel“ eines Kindes aus seinem eigenen Garten: Eine Schnecke! Sofort waren die Kinder Feuer und Flamme für dieses kleine Tierchen! Ich beobachtete, wie behutsam und liebevoll sie die Schnecke anschauten und berührten und der Weg war frei für ein Schneckenprojekt! Einen Namen bekam sie auch und die Kinder tauften sie auf „Schnecki“. Ob Mädchen oder Junge, wussten wir noch nicht – aber dazu später mehr.

Was wissen wir eigentlich über Schnecken?

Tag 1: Im Morgenkreis überlegten wir, was wir alles über Schnecken wissen. Dabei kroch unser kleiner Gast in der Kreismitte auf einem großen Salatblatt herum. Viele Antworten kamen zusammen. Interessanter Weise nicht, dass sie langsam seien! Hier eine kleine Auswahl:

Wir überlegten, was die Schnecke braucht, um sich bei uns wohl zu fühlen und richteten ihr in einem ausgedienten Aquarium ein Schneckenterrarium ein. Hinein kamen Grassoden, feuchte Rindenstücke und Moos aus dem nahe gelegenen Wald. Oben drüber kam ein Stück Fliegennetz, damit unser kleiner Gast uns nicht davon kriechen konnte.

Als Nahrung boten wir ihr bis zum nächsten Tag verschiedene Sachen an: Blumen, Salat, Brot, ein Gurken- und ein Apfelstück. Ein regelmäßig aufgesprühter Spritzer aus einer Wasser-Sprühflasche sorgte für Feuchtigkeit.

Schneckis Speisekarte

Am zweiten Tag konnten es die Kinder kaum erwarten „Schnecki“ zu wecken, aber siehe da, sie war schon wach und wir konnten deutlich sehen, welche „Lieblingsspeise“ sie über Nacht angefressen hatte, denn der Salat, die Gurke und das Apfelstück waren sichtlich kleiner!

Man konnte sogar mit bloßem Auge beobachten, wie sie mit ihrem Mund an der Gurke „raspelte“!

Im Buch Schneckenleben haben wir erfahren, dass Schnecken sehr gerne Stein- bzw. Kalkbrei essen.

„Wozu denn harten weißen Kalk?“ fragten die Kinder und schon waren wir beim Thema „Schneckenhaus“ gelandet. Wir untersuchten leere Schneckenhäuser und fanden heraus, dass es aus einem hartem „ringeligen Gang“ besteht – eine „ganz lange Schneckenwohnung“. Dass die Schnecke zum Bauen Stein bzw. Kalk benötigt, leuchtete allen sofort ein!

Im Zoofachhandel besorgten wir uns eine Sepiaschale und raspelten sie mit einer Muskatnussreibe klein. Das Kalkpulver vermischten wir mit etwas Wasser und Mehl – fertig war die Schneckenmahlzeit!

Und siehe da: Schnecki roch anscheinend den Brei, kroch zum Teller und fing sofort an an die weiße Masse zu fressen.

Vorne rein, hinten raus!

Am dritten Morgen entdeckten wir an der Scheibe nicht wie sonst braun-schwarze „Würstchen“, sondern weiße! Wo kamen diese denn plötzlich her?

Im Morgenkreis kam ein Kind sehr schnell auf die praktische Lösung: „Wenn die Schnecke vorne weiß frisst, kommt`s hinten auch weiß raus!“ Tja, und so landeten wir beim Thema Verdauung. Wie ist das bei Schnecken? Wie ist das bei uns? Gerade für jüngere Kinder ein spannendes Thema!

Verdächtige Spuren

Am Glas entdeckten die Kinder Spuren – durchsichtig, glasig und pergamentartig. Woher kommen die? Macht die Schnecke Spuren?

Wir ließen die Schnecke über eine Plexiglasplatte kriechen und beobachteten die wellenförmigen Bewegungen ihres Fußes (so nennt man tatsächlich den kriechenden Teil des Schneckenkörpers).

Schneckenprojekt - faszinierende Langsamkeit • Frühling

Schnecke hautnah

„Toll sieht das aus!“ und auch „Iiiiiihgitt, das ist ganz glitschig!“ waren zwei der Beobachtungen der Kinder. Und im Morgenkreis erlebten ganz Mutige auf ihrem Rücken eine Schneckenfühlung! Wie das geht, erfährst du hier unten.

Schneckenfühlung

Eine sooooo schöne Erfahrung für Kinder!

Es folgten noch viele weitere Tage, in denen die Schnecke eifig umsorgt, gehegt und gepflegt wurde! Natürlich blieb Schnecki nicht alleine und aus dem Einzelzimmerappartement wurde eine Schnecken-WG mit 5 weitern Mitbewohnern! 

Büchertipp

Ich kann dich nur dazu ermutigen, dir diese kleinen Wesen in deine Gruppe zu holen, sei es auch nur für einige Tage. Kinder machen erstaunliche Erfahrungen mit ihnen!

In diesem Buch von Theresa Buholzer findest du viele Tipps, denn auch sie hat Schnecken viele Monate auf ihrem Balkon in einem Terrarium beobachtet, gehegt, gepflegt und fotografiert.

Aus ihren Beobachtungen ist dieses tolle Buch geworden!

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