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Spielzeugfreier Kindergarten in der 2. Woche

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Neue Freiräume erobern

Nach einem verregneten Wochenende, an dem die meisten Kinder wohl im Haus geblieben waren, begann unsere zweite spielzeugfreie Woche im Kindergarten sehr lebendig und der Lärmpegel schoss in den ersten Stunden – auch bedingt durch die hellhörige Bauweise unseres Gebäudes – in die Höhe!

Das allein war aber auch das einzige, was ich als anstrengend empfunden habe, denn es war und ist eine Freude zu beobachten, wie die Kinder den Raum mit seinen Möglichkeiten ganz neu entdeckten! In Regalen wurden Betten und Wohnungen gebaut, Tische wurden zu Häusern und Flugobjekten. Große Höhlen, die den Großteil des Raumes einnahmen, entstanden – geschaffen mit vielen kleinen Händen, die sonst eher wenig miteinander zu tun hatten. Die Spielgruppengröße wuchs und nicht selten heckten sechs bis zehn Kinder einen gemeinsamen Plan aus!

Möchte man sehen, wozu Kinder fähig sind, muss man aufhören, ihnen vorgefertigte Dinge zu geben!

Die wachsende Kommunikation untereinander ist wohl eine der wichtigsten Früchte dieses Projektes, die man schon jetzt pflücken kann: Kollegen, Eltern und Kinder, alle haben sich mehr zu erzählen. Kinder fragen mich, warum man keine Sachen aus China kaufen soll und ich versuche mit einfachen Worten zu erklären. Diese und andere Fragen zeigen, dass auch im Elternhaus das Thema rund ums Spielzeug einmal anders, nämlich kritisch präsent ist – und das kurz vor Weihnachten, prima!

Ein Mädchen vermisste unsere Bücher und kam schnell zu dem Schluss: „Dann mach` ich mir ganz einfach selbst eins!“ Am gleichen Tag noch entstand aus mehreren bemalten und gelochten Seiten, die dann mit einem Wollfaden „gebunden“ wurden, ein Bilderbuch, welches stolz mit nach Hause genommen wurde.

Kreativität, wohin ich blicke!

Ein Junge baute sich aus einem Stück Birkenrinde, einem Holzspieß und einem Stück Draht ein Segelschiff und ließ es über ein blaues Tuch fahren. Aus einem anderen Stück Rinde sägten sich zwei Jungen Funkgeräte und liefen damit sprechend durchs ganze Haus. Ein langes, grünblaues Seidentuch wurde erst zum Fluss, als mehr Kinder dazu kommen, verwandelt es alle darunter in einen gefährlichen Drachen, der wankend fauchte.

Gemalt wurde nicht mehr nur am „Maltisch“ (inzwischen war dieser ja ohnehin zu einem Haus umgestaltet worden!), sondern überall, wo sich die kleinen Künstler und Künstlerinnen wohl fühlten: Liegend auf Treppenstufen, in Regalen, auf dem Boden, in Dachnischen…überall waren sie anzutreffen mit ihren Malunterlagen, Papier und Stiftekörbchen.

Auch draußen fragen die Kinder nicht mehr nach ihrem gewohnten Spielzeug wie Fahrzeugen, Baggern, Schaufeln, Eimern usw. Das Holz, bestehend aus Brettern, Ästen und Baumschnitt nutzen sie zum Bauen von Brücken, Buden, Ställen, Wippen und Fallen – vielleicht für den achtfüßigen grünblauen „Drachen“? Große Nachfrage besteht nach Seilen und Bändern, denn ständig wird hier und dort eine Holzkonstruktion zusammen geknotet.

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