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Mofli und die Hüter des Dorfes

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Alltägliche Aufgaben verpackt in eine spannende Geschichte!

Nachdem wir mit unserer Waldgruppe an einen neuen Platz umgezogen sind, entstand diese zweite Geschichte von Mofli. Wie es auch in indigenen Völkern zu beobachten ist, planten wir für den Kindergartenvormittag verschiedene Aufgaben, die fast täglich erledigt werden mussten und ich verpackte sie in eine Geschichte, in der Mofli wieder Spannendes erleben würde. 

Aufgaben unserer Waldgruppenkinder

Nachdem ich die Geschichte erzählte, waren die Kinder sofort motiviert und hatten Lust, genau wie in der Geschichte die Aufgaben zu übernehmen. Wir klebten passende Bilder auf eine Magnettafel und so konnten sich die Kinder jeden Tag im Morgenkreis mit ihrem Magnetfoto dazu kleben. Hin und wieder erzählten wir die Geschichte nochmal und die Kinderaugen leuchteten, wenn sie eine von den Aufgaben aus Mo-Flis Dorf auch schon mal übernommen hatten.

Dankesrunde

Jetzt fragst du dich vielleicht: „Dankesrunde, was ist das denn?“ Ich habe diesen Brauch in meiner Wildnisausbildung kennengelernt. Das Danken ist eine wunderbare Möglichkeit, in ein positives Gefühl von Vertrauen und dankbarer Fülle zu kommen. Unser Alltag ist ja oft geprägt von „Dies und das muss ich noch erledigen!“, also eher auf den Mangel ausgerichtet. Probiere es gleich mal aus. Ja, genau jetzt! Nimm dir ein paar Minuten und frage dich: „Wofür bin ich gerade dankbar in meinem Leben?“

Konzentriere dich auf das, was dir gut tut, was dich erfreut. Na, woran denkst du? Vielleicht bist du dankbar für eine besondere Freundschaft, für die besondere Momente mit Kindern, für eine schöne Wohnung, die du dir eingerichtet hast, für fließendes Wasser aus dem Wasserhahn, für gute Musik…. da gibt es so viel! Wenn du deine Gedanken nur für ein paar Minuten täglich auf die Gehirnautobahnen der Fülle lenkst, erlebst du deinen Alltag plötzlich viel positiver und wohliger!

Ebenso zu unserem Abschlusskreis gehört diese Dankesrunde – nicht täglich, aber hin und wieder machen wir sie mit den Kindern. Auch das Danken ist eingebettet in die Geschichte. Und ich bin jedes Mal verblüfft, was Kindern alles einfällt!

Das Lied Taino Tee“ passt hervorragend zu diesem Thema! Du findest es auf der CD „Fliegende Feder“ von Karibuni mit Pit Budde & Josephine Kronfli. 

Lied-Video

2. Geschichte von Mofli

Mofli sitzt auf ihrem neuen Lieblingsbaum, schaut hinüber zu den saftigen grünen Wiesen, auf denen die Bisons genussvoll und leicht schnaufend grasen. Die Sonne scheint hell und warm vom Himmel und hier und dort hüpfen kleine Vögel durch das Geäst der großen Baumkrone.

Dort! Dort oben! Ein Klopfen! Ein schnelles Klopfen – so schnell, dass Mofli es kaum nachmachen kann. Wer macht denn solch ein Geräusch dort oben in der Baumkrone? Mofli blinzelt durch die Äste …… und ….da! Dort wackelt doch etwas….?
Mofli entdeckt einen Vogel, der mit seinem spitzen Schnabel wie verrückt auf den Stamm hämmert!!!

Warum macht er das wohl?, fragt sich Mofli… (Ideen der Kinder sammeln)

Und während sie noch diesen seltsamen klopfenden Vogel beobachtet, hört sie plötzlich “Kra Kra”, den Ruf der Großmutter. Jeder im Dorf weiß, was nun zu tun ist. Alle gehen zu ihr und versammeln sich in ihrem großen Tipi, aus dem kleine Rauchwölkchen aufsteigen.

Auch Mofli geht hinein ins Tipi der Großmutter, die im Kreis sitzt und sie anlächelt. Mofli setzt sich zwischen Mama und Papa und schaut in die Mitte, wo schon das Feuer brennt. Alle Menschen aus ihrem Clan haben im Kreis nun einen guten Platz gefunden.

Als es ganz still ist und Mofli nur noch das Knistern des Feuers hören kann, beginnt die Großmutter zu singen. Mofli liebt dieses Lied, bei dem alle mitsingen, klatschen und dankbar sind – dafür, dass sie all das haben:

Die Erde, die den Bäumen Halt gibt, die Pflanzen, die die Bisons so gerne fressen, die Menschen, die wir lieb haben und die Tiere, mit denen wir leben.

Lied

Taino Tee Wakee Ata,

Taino Tee Waki Ata,

Taino Tee Wakee Ata,

Taino Tee Waki Ata,

Taino Tee Wakee Ata,

Taino Tee Waki Ata,

Taino Tee Wakee Ata,

Taino Tee Waki Ata

Für die Erde singen wir

Steine, Pflanzen, Mensch und Tier,

für die Erde singen wir Steine,

Pflanzen, Mensch und Tier,

für die Erde singen wir

Steine, Pflanzen, Mensch und Tier,

für die Erde singen wir,

Steine, Pflanzen, Mensch und Tier.

Jetzt legt die Großmutter ihre Hände auf ihr Herz, dankt dem Feuer für seine Wärme und spricht. Alle lauschen ihren Worte:

“Wir haben nun einen wunderschönen Platz gefunden – die Bisons finden hier genügend Gras zum fressen und wir haben unsere Tipis in ihrer Nähe aufgestellt. Damit wir genügend zu essen und immer ein Feuer haben, über dem wir kochen können und das uns abends wärmt und Licht schenkt, brauchen wir einander.

Feuerhüter

Die älteren von euch sind unsere Feuerhüter. Dies ist eine sehr wichtige Aufgabe, denn ohne Feuer haben wir alle kein Essen und keine Wärme.

Wer ein Feuerhüter ist, sammelt trockenes Holz, Birkenrinde und sorgt dafür, dass unsere Holzkörbe gut gefüllt sind mit kleinem, feinen Holz für das kleine Feuerkind und größeren Holzstücken für das größere Feuerkind.

Die Feuerhüter sorgen sich um die Großmutter – unseren Feuerstab, der das Feuer und die Glut  in der Mitte hält. Ist er noch lang genug? Ist er immer an seinem Platz, wenn das Feuer mal nicht brennt?

Werkzeughüter

Eine weitere Aufgabe der Älteren ist es, unsere wertvollen Werkzeuge zu hüten. Wir haben Klingen zum Schaben der Bisonfelle, Messer zum Schnitzen, Raspeln und Sägen zum Bauen. Die Werkzeughüter wissen immer genau, ob am Ende des Tages alle Werkzeuge in Ordnung sind und ob alles an seinem Platz ist.

Tipihüter

Und damit es im großen Tipi immer gemütlich und schön ist, brauchen wir noch die Tipihüter. Sie fegen den Boden des Tipis, bringen Dinge an ihren Platz und sorgen dafür, damit wir alle es schön und gemütlich miteinander haben. Auch kleinere Kinder dürfen Tipihüter sein.

Hüter der Mitte

Etwas, was alle Kinder schon sehr gut können, ist die Morgenmitte zu schmücken. Jeden Tag, wenn wir die Sonne begrüßen, wird einer von euch die Mitte schön machen. Dafür sammelt ihr Sachen, die ihr draußen in der Natur findet. Vielleicht einen Zapfen, vielleicht findet ihr einen besonderen Stein…eine leichte zarte Feder? Dann seid ihr an diesem Tag der Hüter der Mitte.”

Mofli hört ihrer Großmutter aufmerksam zu und überlegt, ob sie wohl schon groß genug ist, Feuerhüterin zu sein. Oder ob sie stark genug ist, die schweren Holzkörbe zu tragen.

Wenn sie an der Reihe ist, die Mitte zu schmücken, weiß sie ganz genau, was sie in die Mitte legen würde! Ihren Lieblingsstein! Diesen runden glatten Kiesel hat sie mal im Fluss gefunden – in dem sie früher immer kleine Fische gefangen hat. Wisst ihr noch?

Einmal hat sie im plätschernden Wasser etwas funkeln gesehen und als sie danach greift, liegt in ihrer Hand ein wunderschöner Edelstein, der im Sonnenlicht feucht glitzert!

Dieser Stein liegt immer neben Moflis Kopfkissen im kuscheligen Bisonfell.

Aber wenn Mofli die Mitte schmücken darf, dann holt sie ihn und legt ihn auf frisch gepflückte Blätter in die Mitte. 

Während Mofli an ihren Stein denkt, verteilt die Großmutter die Aufgaben:

Die Großmutter schaut in die Runde und mit einem liebevollen Blick reicht sie Mofli ein selbst geflochtenes Körbchen. Moflis Herz klopft! Moflis Augen strahlen!

Die Großmutter hat sie zur Hüterin der Mitte ausgewählt!

Oh welch eine Freude kribbelt in Moflis Bauch! Heute Abend wird sie die Mitte für alle im Tipi schmücken, denn bevor alle schlafen gehen, trifft man sich im Tipi, um den Tag zu verabschieden.

Dann schaut die Großmutter in die Runde und sagt: “So soll es sein – Hau!” Und alle antworten: “Hau!”

Mofli krabbelt mit dem Körbchen aus dem Tipi. Auch die anderen machen sich an ihre Arbeit:

Die Feuerhüterin sammelt Holz.

Der Werkzeughüter schleift stumpfe Messer.

Der Tipihüter fegt den Boden, schüttelt die Felle aus und legt sie im Kreis für den Abend zurecht.

Und Mofli? Habt ihr eine Idee? Was legt sie wohl in ihr Körbchen?

(Ideen der Kinder sammeln)

Mit ihrem vollen Körbchen betritt Mofli das Zelt der Großmutter, das schon sehr hübsch aussieht:

Die Holzkörbe stehen bereit, der Boden ist glatt gefegt. Und dann schmückt Mofli die Mitte mit ihren Dingen, die sie schön findet. (Kinder erzählen lassen)

Am Abend hören alle den Ruf der Großmutter “Kra Kra” und versammeln sich im Kreis im großen Tipi.

Die Feuerhüterin (Moflis Schwester) bindet ein kleines Nest aus trockenem gelben Gras und feinster Birkenrinde. Dann schlägt sie mit einem Eisen und einem Feuerstein Funken und alle singen “Kleine Flamme”. Und siehe da! Das Nest ist so trocken und weich, dass ein Feuerfünkchen das Gras entzündet.

Moflis ältere Schwester legt es vorsichtig ins Holzbettchen und sofort knistert das Feuer und die Flammen scheinen zu tanzen! Alle im Kreis freuen sich über die Wärme und die Großmutter beginnt zu danken:

Danke für die Wärme des Feuers, danke für das Gras, das wächst und das wir für unser Glutnest brauchen. Danke für…..(Kinder fragen)

Später verabschieden sie den Tag mit einem Lied und jeder kuschelt sich zum Schlafen in die weichen warmen Bisonfelle.

“Gute Nacht, nun ruhet, bis der Tag erwacht und die helle Morgensonne wieder lacht.”

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